Pressemitteilung
12.10.2026
Fünf Jahre Krebsberatung Niederrhein e. V. - wie zwei Klientinnen das Unterstützungsangebot erleben
Seit der Gründung im September 2021 begleitet die Krebsberatung Niederrhein e. V. Krebsbetroffene und ihre An- sowie Zugehörigen in einer schwierigen, oftmals sehr herausfordernden Zeit. Mit Antworten auf viele Fragen rund um das Thema Krebs und einem breiten Netzwerk im Rücken unterstützte das mittlerweile fünfköpfige multiprofessionelle Team bereits mehr als 1.000 Klient:innen. Zwei von ihnen berichten über ihre Erfahrungen.
Kerstin Zimmer-Derks, fachliche Leitung der Krebsberatung und Psychoonkologin, erklärt: „Wir freuen uns, dass wir seit nunmehr fünf Jahren eine Stütze für Betroffene und ihre An- sowie Zugehörigen sein können. Viele befinden sich in einer Ausnahmesituation, in der neben Sorgen und Ängsten, jede Menge Fragen auftauchen – nicht nur im gesundheitlichen und psychologischen Sinn, sondern auch im beruflichen und finanziellen. Ihnen in dieser Zeit mit unserem Beratungsangebot Unterstützung zu bieten, ist unser Beitrag zu einer umfassenden Versorgung Krebsbetroffener.“
„Diese Krankheit erfordert viel Mut!“
Klientin Frau Schmitz ist an Lungekrebs erkrankt. Ihre Diagnose erhielt sie im Januar 2023. Seitdem durchlief sie Chemo- und Immuntherapie sowie Bestrahlung: „Ich hatte damals eine nette Dame im Krankenhaus, eine Pastorin, die mir sehr dabei geholfen hat, den ersten Schock zu verarbeiten. Sie hat den ersten Lichtblick und einen Tipp für weitere Beratungs- und Hilfsangebote gegeben. Ich habe dann selbst recherchiert – und bei der Krebsberatung Niederrhein in Moers eine Lösung für mich gefunden.“
Der erste Kontakt habe dann bei ihr Zuhause stattgefunden. Zunächst mit Psychologin und Psychonkologin Katharina Klaffki und dann mit Kerstin Zimmer-Derks. „Beide sind sehr sympathisch. Das ist enorm wichtig, denn bei so einer Krankheit, die einem viel Mut abverlangt, ist der physische Stress kleinzuhalten. Damit man der Erkrankung körperlich auch etwas entgegensetzten kann“, erklärt die 56-jährige. Geholfen hat mir das Team der Krebsberatung nicht nur bei der Verarbeitung, sondern auch bei Antragstellungen für Dinge, wie etwa einen Schwerbehindertenausweis.“ Alle vier bis sechs Wochen habe sie aktuell einen Termin in Moers, bei Herausforderungen oder Fragen jedoch jederzeit eine Anlaufstelle, erklärt Frau Schmitz. „Es ist enorm wichtig, Außenstehende zu haben, die da sind. Ich bin froh, dass ich noch lebe durch die Medizin und ebenso froh, dass ich bisher einigermaßen gut durch die Erkrankung gekommen bin mit der Hilfe der Krebsberatung.“ Einen Rat für andere Betroffene hat sie außerdem: „Bei jedem Menschen ist es anders – jede bzw. jeder geht ihre bzw. seine Probleme anders an. Wichtig ist, dass Betroffene von dem Angebot der Krebsberatung Niederrhein e. V. wissen und selbst den richtigen Zeitpunkt wählen.“
„Das ist ein leicht zugängliches und wertvolles Unterstützungsangebot – allen von Krebs Betroffenen steht die Tür offen.“
Cornelia Drißen kam im Frühjahr 2026 erstmals mit der Krebsberatung Niederrhein e. V. in Berührung. Psychologin und Psychoonkologin Katharina Klaffki betreut die 64-Jährige, die an Eierstockkrebs erkrankt ist, seitdem: „Die Zusammenarbeit mit Frau Klaffki funktioniert sehr gut. Sie hat mich und meine Situation mittlerweile kennengelernt und das gegenseitige Vertrauen ist gewachsen. Ich möchte den regelmäßigen Austausch mit ihr langfristig fortsetzen, weiterhin meine Gedanken und Gefühle vertrauensvoll mit ihr reflektieren und eine gute Basis schaffen, um die Kraft der Gedanken zu nutzen, damit ich ein lebenswertes, glückliches Leben aufrechterhalten kann. Wir sehen uns alle drei bis sechs Wochen. Unabhängig davon kann ich bei Bedarf immer anrufen.“
Dass sie an Eierstockkrebs erkankt ist, weiß die Gocherin bereits seit 2019. „Gerade am Anfang wird man – mit der Diagnose Eierstockkrebs – überollt. Ich war wie in einer Blase, da herauszukommen, hat viel Kraft gekostet. Die Erkrankung ist nicht mehr heilbar und mittlerweile im dritten Rezidiv. Mit diesem dritten Rezidiv wollte ich jemanden kennenlernen, der mich langfristig begleitet – und das, bevor man akut in eine Endphase der Erkrankung und des Lebens kommt. Frau Klaffki kann meiner Familie und mir in allen Phasen der Erkrankung zur Seite stehen. Auch, wenn es irgendwann auf das Ende zu geht, wird es wertvoll sein, gemeinsam Fragen rund um Abschied, Loslassen, Pallisativversorgung, Hospiz etc. zu klären. Ich möchte mit ihrer Hilfe ganzheitlich Ordnung und Zuversicht in unsere Gedanken bringen.“
Psychologische Unterstützung war Cornelia Drißen von Beginn ihrer Erkrankung an sehr wichtig: „Auch wenn man ein gesundes Umfeld in Familie und Freundinnen sowie Freunden hat, ist es etwas anderes, seine Gedanken mit einer ,neutralen‘ Person zu reflektieren. In der Krebsberatung Niederrhein e. V. arbeiten spezalisierte Kräfte. Es ist von großem Wert, dass die Mitarbeiterinnen den Fokus auf Krebspatientinnen und -patienten haben – und daher ihre vielfältigen Sorgen und Ängste genaustens kennen.“
Menschen in ähnlich krisenhaften Lebenssituationen empfiehlt sie, sich möglichst frühzeitig Hilfe zu holen. „Es lohnt sich sehr, mit den Ängsten und der Unsicherheit offen umzugehen. Das ist wichtig und hilft auch Angehörigen, mit der Situation zurechtzukommen. Bei der Krebsberatung ist das Wunderbare, dass auch Angehörigen das Angebot offensteht“, fasst die 64-Jährige zusammen. „Im Zusammenhang mit meiner eigenen Erkrankung möchte ich noch zwei sehr wichtige Plattformen erwähnen, bei denen Betroffene von Eierstockkrebs Unterstützung bekommen können – den Eierstockkrebs Deutschland e. V. (ww.eskd.de) und die Deutsche Stiftung Eierstockkrebs (stiftung-eierstockkrebs.de).“
Die Krebsberatung Niederrhein e. V. ist eine Anlaufstelle für Krebsbetroffene und ihre An- sowie Zugehörigen, die auf ein breites Netzwerk zugreifen kann und bei Bedarf vermittelt. In der Krebsberatung mit ihrem Sitz im Gewerbegebiet Eurotec (Eurotec-Ring 40, 47445 Moers) berät ein erfahrenes multiprofessionelles Team bei Fragen rund um das Thema Krebs. Oft geht es in der Beratung neben gesundheitlichen und psychologischen Aspekten auch um berufliche und finanzielle Themen, die Ratsuchende beschäftigen. Bei allen Fragen hilft die Krebsberatung Niederrhein e. V. – kostenlos und unabhängig. Das unter anderem auch mit Außensprechstunden in Dinslaken (mittwochs, Mutter-Theresa-Haus, Bismarckstraße 28, 46535 Dinslaken), Wesel (dienstags, Pastor-Janßen-Straße 4, 46483 Wesel), Xanten (dienstags, bei „Die Pflege“, Sonsbecker Str. 57, 46509 Xanten) und Goch (montags, Voßheider Straße 214-232, 47574 Goch). Bei der Beratungsstelle handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Stiftung Bethanien Moers, der St. Josef Krankenhaus GmbH und dem ambulanten Pflegedienst „Die Pflege“ GmbH.
PRESSEFOTO:
Das Team der Krebsberatung Niederrhein e. V. (v. l. n. r.): Anke van den Bosch, Kerstin Zimmer-Derks, Martina Hanßen, Katharina Klaffki und Julie Goerlich.
Anschrift und Kontakt:
Krebsberatung Niederrhein e. V.
Eurotec-Ring 40, 47445 Moers
Tel.: (02841) 656 20 50
E-Mail: kontakt@krebsberatung-niederrhein.de
